Steinach, 22. Februar 2017

Abends am Bodenseeufer kreist über zwei Bäumen ein riesiger Starenschwarm.

Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf: Zugvögel haben es besser als Menschen, brauchen weder Pass noch eine Asylerlaubnis. Menschen glauben immer, sie wären viel weiter als die Tiere, dabei leben Zugvögel die Globalisierung schon seit Tausenden von Jahren. Aber auch bei Tieren gibt es den Bruch zwischen der Existenz als Individuum (so kennen wir den Star im Starenhaus, der seine Eier ausbrütet und die Jungen mit Würmern füttert) und als massenhafter Schwarm, der jetzt über mir seine Kreise zieht: da wird der Einzelne zu einem großen Ganzen, gibt seinen eigenen Willen auf und ordnet sich genau in die von der Masse vorgegebenen Richtung ein.

Ich schaue dem Flug des Vogelschwarms lange zu, bis mich ein Regen von Kot vertreibt.

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