Landshuter Hofmusiktage


Europäisches Festival Alter Musik

Im Zentrum der Landshuter Hofmusiktage steht Musik aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Als das „Europäische Festival Alter Musik“ 1982 auf Initiative des damaligen BMW-Kulturprogramms gegründet wurde, war es das erste dieser Art in Bayern. Damals eroberte die Historische Aufführungspraxis, also das Spiel auf Instrumenten, wie sie zur Entstehungszeit der gespielten Musik benutzt wurden, und die historisch informierte Aufführungspraxis das Musikleben. Die Stadt Landshut bietet zudem mit ihrer nahezu authentisch erhaltenen Architektur die Möglichkeit, alte Musik in den Räumen ihrer Entstehungszeit zu erleben.

Bei den Landshuter Hofmusiktagen traten in den vergangenen über 30 Jahren viele maßgebende Ensembles und Solisten aus dem Bereich der Alten Musik auf, in den letzten Jahren Ensembles wie I Fagiolini, The Hilliard Ensemble, Estampie, Musica ad Rhenum, die Hamburger Ratsmusik, Forma Antiqva oder Arpeggiata und Solisten wie Christina Pluhar, Bob van Asperen, Marco Beasley, Emma Kirkby oder Dorothee Oberlinger.

Zahlreiche Werke wurden hier erstmals wieder nach vielen Jahrhunderten aufgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Wiederentdeckung von Kompositionen aus dem Umkreis der von Orlando di Lasso geleiteten Hofkapelle des Kronprinzen Wilhelm V., der in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts auf der Landshuter Burg Trausnitz residierte.

Die Landshuter Hofmusiktage zeigen auch die Aktualität Alter Musik für unsere Zeit. Hier gab es Uraufführungen, etwa von Wilfried Hillers Oratorium „Shulamit“, und es werden Verbindungen zwischen Alter Musik, Weltmusik und Mittelalter-Rockmusik und Mittelalter-Metal erlebbar. Die Festivalausgaben stehen jeweils unter einem Thema, so 2014 „Amore“ oder 2016 „Gerusalemme liberata – Musikalische Brücken zwischen jüdischer, christlicher und islamischer Kultur“. Kunstausstellungen ergänzen die Hörerlebnisse. So stellte der Kunstverein Landshut 2014 eine Ausstellung zum Thema „Amore“ aus dem Kreis seiner Mitglieder zusammen und 2016 werden Bildende Künstler jüdischer, christlicher und islamischer Herkunft ihre Werke zeigen.

Das Jugendprogramm mit Workshops, einem Jugendkunstwettbewerb und dem Besuch von Solisten oder Ensembles in Schulen weckt das Interesse des Publikums von morgen für Alte Musik.

Die Landshuter Hofmusiktage finden im zweijährigen Turnus jeweils an zwei Wochenenden Ende April oder Anfang Mai statt. Sie werden von der Stadt Landshut, den BMW Werken Dingolfing und Landshut, dem Verkehrsverein Landshut und zahlreichen Sponsoren sowie vom Förderkreis des Festivals unterstützt. Die künstlerische Leitung hat seit 1990 Franzpeter Messmer.

Weitere Informationen: www.landshuter-hofmusiktage.com

Landshuter Hofmusiktage 2016:

„Gerusalemme liberata“

Musikalische Brücken zwischen jüdischer, christlicher und islamischer Kultur

Das Publikum raste. „Back to the roots“ war ein fulminanter Schlusspunkt hinter zehn Tage Hofmusikkonzerte, die unter einem hochaktuellen Motto erlesene Ensembles aus aller Welt nach Landshut brachten und den Landshutern so manche Raum- und Zeitreise ermöglichten.

(Eberhard Iro über das Abschlusskonzert des Festivals mit Giora Feidman und den Gitanes Blondes, Landshuter Zeitung, 04.05.16)

Fotos: Susanne Miksat

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