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Komponistinnen und Komponisten in Bayern, Bd. 72 Dokumente musikalischen Schaffens im 20. und 21. Jahrhundert herausgegeben in Auftrag des Tonkünstlerverbandes Bayern e.V. im DTKV von Franzpeter Messmer

Hans Koessler

Softcover, 215 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Notenbeispiele, Allitera Verlag, München 2023.

Warum geriet ein Komponist in Vergessenheit, dessen Werke um 1900 von bedeutenden Dirigenten, Chören und Ensembles aufgeführt wurden – und dessen Schüler Béla Bartók, Zoltán Kodály, Ernst von Dohnányi, Leó Weiner und Emmerich Kálmán heißen?

Hans Koessler, 1853 im oberpfälzischen Waldeck geboren, war weit mehr als ein einflussreicher Lehrer an der Budapester Musikakademie. Der Freund Johannes Brahms’ bewegte sich zwischen Spätromantik und musikalischer Moderne, zwischen bayerischer Herkunft und ungarischem Musikleben, zwischen strengem kompositorischem Handwerk und einer Ausdruckskraft, die bis an die Grenzen der Tonalität reicht. Seine Chöre, Lieder, Orchester- und Kammermusikwerke, seine Klavierstücke und seine Volksoper Der Münzenfranz zeigen eine eigenständige Künstlerpersönlichkeit, deren Wiederentdeckung längst überfällig ist.

Diese Monografie, Band 72 der Reihe Komponistinnen und Komponisten in Bayern, zeichnet Koesslers Lebensweg nach, erschließt seine Wirkung in Ungarn, beleuchtet seine wichtigsten Werkgruppen und fragt nach dem besonderen Ort seiner Musik in der Umbruchszeit um 1900. Mit Selbstbiografie, Bildteil, Werkverzeichnis und Diskografie macht der Band einen weitgehend ungehobenen Schatz neu zugänglich – für Musikerinnen und Musiker, Forschende und alle, die die Musikgeschichte jenseits der bekannten Namen entdecken möchten.

 

Inhaltsverzeichnis:

Franzpeter Messmer: „Künstlerisches Arbeiten – mein einziges Glück“ – Zum Lebensweg von Hans Koessler

Hans Koessler: Selbstbiographie

Márta Sárosi-Szabó: Hans Koessler in Ungarn

Franzpeter Messmer: Motor für die Wiederentdeckung Hans Koesslers – Der Heimat- und Kulturverein Waldeck e.V. – Ein Gespräch

Franzpeter Messmer: Keine „lustigen Schnaderlhupferln“ sondern „tiefste Töne aus unserem Inneren“ – Hans Koesslers Volksoper Der Münzenfranz

Norbert Florian Schuck: Hans Koessler: Vokalmusik

Markus Böggemann: Hans Koessler – die Orchestermusik

Oliver Fraenzke: Ein komplex-luzides Spiel gleichberechtigter Instrumente – Das Kammermusikoeuvre Hans Koesslers – Versuch eines Überblicks

Madlen Poguntke: Koessler und das Klavier

Werkverzeichnis, Literaturverzeichnis, Diskografie, Autorinnen und Autoren, Personenregister