Franzpeter Messmer

Auf der Suche nach dem Klang der Welt

Kolumne


Foto: Florian Messmer

Kostenlose Kultur und brotlose Kunst

Die gute Nachricht in Corona-Zeiten: Kultur findet nicht nur im Theater, Kino oder Konzertsaal statt. Man kann auch fernsehen, CDs oder Musik aus dem Internet hören oder ein Buch lesen. Die schlechte Nachricht: Musiker, Schauspieler und selbst Autoren verdienen heute hauptsächlich ihr Geld bei Veranstaltungen, dagegen kaum etwas, wenn sie auf CDs, DVDs oder – am schlimmsten - über YouTube ihre Kunst nach Hause liefern. Deshalb führen die Lockdowns dazu, dass die Existenz vieler Künstler bedroht ist. Das Internet hat eine Umsonst-Mentalität gefördert: Am heimischen Computer sich durch Musik, Filme, Text zu klicken und alles verfügbar zu haben, ist durchaus paradiesisch. Auch ich finde das sehr praktisch. Dabei verdrängt man allerdings, dass auch kulturelle „Produkte“ Zeit, Wissen und Energie kosten. Doch warum bezahlt man bei einem „Event“ schmerzlos hohe Eintrittskarten, während man zu Hause am Computer alles umsonst haben will? Da hat sich in den letzten Jahren eine merkwürdige Entwicklung abgespielt: Beim Event hört man Stars, trifft man Freunde, genießt man ein besonderes „Ambiente“, gibt man auch gerne noch zusätzlich Geld für ein Glas Sekt aus. Man „kauft“ mit der...

Essays


Natur und Kultur

Die Corona-Pandemie und die Verletzlichkeit menschlicher Kultur Ich gebe es zu: Noch bis Anfang März 2020 habe ich geglaubt, dass wir jetzt im 21. Jahrhundert keine Angst vor irgendwelchen Epidemien haben müssen, obwohl sich schon damals das Virus ausbreitete. Doch...

Rezensionen


Mehr als eine Musikgeschichte

Mehr als eine Musikgeschichte

In diesem monumentalen, 836 Seiten starken Buch verfolgt Gernot Gruber die Zusammenhänge zwischen Musik und Kultur von der vorgeschichtlichen Zeit bis heute. Dabei bezieht er ebenso die Kunst- wie die Popularmusik ein. Ein wichtiges Buch zum Lesen und Nachschlagen....

Mit rhythmischer und klanglicher Delikatesse

Mit rhythmischer und klanglicher Delikatesse

Ilsikó Szabó, die Enkelin des Komponisten Csaba Szabó, spielt ungarische Musik des 20. Jahrhunderts. Rezension in: DAS ORCHESTER, 04/2021, Seite 74.   Werke von Péter Eötvös, Zoltán Kodály, György Kurtág und anderen Heritage Ildikó Szabó (Violoncello) Rubrik: CDs...

Notizen


Aus dem Hanfgarten

Aus dem Hanfgarten

Garten bedeutet Glück: „Wir haben viel gesät, was wir hinterher sehen, essen und mit gutem Wein trinken werden, wenn wir so lange leben sollten,“ schrieb 1576 der Komponist Orlando di Lasso. Goethe arbeitete oft im Gartenhaus. Die Malvenallee seines Gartens war sein...

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Grenzen des Horizonts

Grenzen des Horizonts

Daugendorf, 14. Februar 2021 Heute war es eiskalt. Auf den überschwemmtes Wiesen lustiges Schlittschuhtreiben trotz der Corona-Pandemie. Die ersten Palmkätzchen blühen schon. Ein herrlicher Tag. Doch können wir dem trauen, was wir sehen? Die Pandemie zeigt uns die...

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