Daugendorf, 5. Oktober 2016

Der Sohn unseres nigerianischen Freundes hat 7. Geburtstag. An diesem Tag steht die Türe für alle Freunde offen. Als ob größter Reichtum herrschen würde, kann jeder essen und trinken, so viel er will. Es gibt gebratene Pute und mehrere Töpfe mit einem afrikanischen Reisgericht, eine Geburtstagstorte und vieles mehr – und vor allem eine Wohnung voller Gäste. Die Kinder rennen laut durch die Zimmer, die Erwachsenen reden durcheinander. Volles Leben, wie es an einem Geburtstag sein soll.

Als wir vor etwa 20 Jahren von München in ein oberschwäbisches Dorf zogen, war ich erstaunt, dass uns die Dorfbewohner an Geburtstagen zu sich einluden, fast das ganze Dorf dann dort in einer überheizten Stube bei Unmengen von Braten, Spätzle, Salat, einer großen Zahl von Kuchen vom Mittag bis in den späten Abend zusammen saß und jeder mitmachen konnte, der wollte – auch von fern Zugezogene wie wir. Das war für uns Großstädter ziemlich neu.

Jetzt erleben wir bei Joe wieder dasselbe – und wir staunen, dass unser Dorf und unsere nigerianischen Freude in diesem Punkt einander ähnlich sind.

 

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